Trost von Jansson und Analyse mit Gueorgiou


Das sCOOL-Training mit Weltmeistern liess die Kinderherzen in La Chaux-de-Fonds höher schlagen. Zusammen mit PostFinance fand am Vortag des Weltcup-Finals der Event «Jugend trainiert mit Weltmeistern» statt.

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Die Aufregung war den Schülern anzusehen und sie wurde quasi minütlich grösser. Im Schatten eines grossen Baumes hinter der Patinoire Les Mélèzes, in der einst grosse Hockeyerfolge gefeiert worden waren, sassen die Kinder und lauschten gebannt den Worten von Thomas Hodel, einem der sCOOL-Tour-de-Suisse-Leiter. Alle hatten ihr blaues sCOOL-T-Shirt schon bekommen und wollten, nach der Einführung am Vormittag, eigentlich nur noch eines: mit den Weltmeistern um die Wette laufen.

Der erfolgreichste unter den Weltmeistern traf als erster ein. Der Franzose Thierry Gueorgiou stand beinahe etwas verloren beim Häuschen, das Hodel zum improvisierten Wettkampfzentrum erhoben hatte. Die Schüler warteten aber vor allem auf einen ganz besonderen Läufer und es war aus Schweizer Sicht für einmal nicht Daniel Hubmann, der im Zentrum des Interesses stand. Alle wollten wissen, ob der frischgebackene Weltcup-Sieger Marc Lauenstein denn auch kommen werde. Als Hodel dies bejahte, ging ein freudiges Raunen durch die Kindermenge. «Spricht er denn auch Französisch?», fragte einer. Sprachliche Barrieren sollte es zwischen dem Neuchâtelois und den Schülern aus La Chaux-de-Fonds keine geben.

Keine Angst vor dem Zahnarzt

Nach und nach trafen weitere Weltmeister im kleinen Park hinter der Eishalle ein und wurden schnell von den Schülern bestürmt. Autogramme sind ein kostbares Gut in Kinderhänden. Als es schliesslich um die Team-Einteilung ging, hofften insgeheim die meisten, mit Lauenstein in der Staffel zu sein. Selbst die Warnung, dieser sei Zahnarzt, hatte keine abschreckende Wirkung. Als Hodel aber das Palmares von Gueorgiou vortrug, wurden die Gesichter länger und einige Sympathien verschoben sich auf die Seite des Franzosen. Letztlich war aber jeder glücklich mit «seinem» OL-Star.

Die Geschichte der Staffel sei kurz erwähnt. Das Team von Hubmann siegte, wobei dem Schlussläufer («notre élite») ein grosser Vorsprung mit auf den Weg gegeben wurde. Nicht alle fanden im kleinen Park den Weg aber gleich schnell. So musste Helena Jansson, die ihre Brocken Französisch hervorkramte,  ein Mädchen trösten, nachdem dieses einen zeitraubenden Fehler gemacht und sein Team damit aus der Entscheidung gebracht hatte. Und die Schwedin liess nicht locker, holte schliesslich sogar Gueorgiou, der sich mit jedem aus seinem Team nach dem Lauf hingesetzt und die Route analysiert hatte, zur Hilfe. «Fehler passieren auch uns. Komm, lach doch wieder. Du hattest doch Spass heute», sagte ihr der zehnfache Weltmeister. Tatsächlich schoben sich die Mundwinkel dann langsam wieder nach oben. Der Tag war gerettet. Und etwas anderes wäre für diesen schönen Anlass bei strahlendem Sonnenschein auch gar nicht passend gewesen.